(1) * Билл летит в Париж на неделею моды в Париже (28 февраля - 8 марта). Видео: rutube.ru/video/49c50f81d6b471315624c6cb17c640b... (2) H&M Man - Сегодня там будет показ мужской коллекции шведского бренда H&M. (3) Привет, Париж (bonjour Paris) (4) быстренько выпить шампанское перед шоу бренда H&M (5) Парфе́ — холодный десерт, известный с 1894 года. Готовится из сливок, взбитых с сахаром и ванилью, а затем замороженных в металлической форме. Иногда в парфе добавляют взбитые яйца. Изначально парфе — блюдо французской кухни. (6) Билл готов к показу (7) показ H&M весна-лето 2017 (8) на показе мужской коллекции H&M. Локация: Tennis Club de Paris. Видео: rutube.ru/video/5ae52ab7b18db321caaec2c2fb312dd... (9) Видео: yadi.sk/i/gK41xbtw3Es9CW (10) Видео: yadi.sk/i/jz0V5Z_W3Es9E2 rutube.ru/video/980a543ffa93de473ae7b02c94764b0... выступление The Weeknd (11) Видео: yadi.sk/i/_-g9HXyc3Es9EW (12) Видео: yadi.sk/i/iBDSkgQP3EsA3v (13) вечеринка от YSL (там был и Марк Гёринг (Marc Goehring) (14) вечеринка от YSL видео: rutube.ru/video/bd1abeb3112ca3365810526adcfc9bd... - локация: Сад Тюильри, Париж, Франция - Вместе с Биллом на вечеринке были Наталия Грюнер (представитель Treehouse Ticketing) и стилист Марк Гёринг.
** локация: Комплекс апартаментов (апарт-отель) Gorki находится в фешенебельном районе Митте, в центре Берлина, в окружении многочисленных баров, кафе, галерей и магазинов. К услугам гостей элегантно меблированные апартаменты. Комплекс занимает очаровательное здание XIX века, расположенное неподалеку от площади Розенталерплац, и состоит из индивидуально оформленных апартаментов и 2 просторных пентхаусов. В интерьере сочетаются предметы от известных дизайнеров, оригинальные предметы в стиле блошиного рынка и современные детали. Адрес: Weinbergsweg 25, 10119 Berlin, Германия. www.gorkiapartments.com/en
за помощь в поисках этой локации спасибо @ImShabShabShab
„Durch den Monsun“ war für Tokio Hotel der Durchbruch – jetzt spielen die einstigen Teenie-Idole in der Batschkapp
„Es war ein abgefahrener Trip“
Frankfurt - Was für eine Hysterie: Als Tokio Hotel 2005 „Durch den Monsun“ in die Charts stürmen, prasseln Mädchenherzen, Millionengewinne und Kritikerspott auf sie nieder. Am Freitag erscheint ihr fünftes Studioalbum „Dream Machine“ – danach geht’s auf Tour. Von Enrico Sauda
Am 16. März kommen die Jungs in die Frankfurter Batschkapp. Wir sprachen mit. Bill und Tom Kaulitz über ihre neue Kompromisslosigkeit.
Sie kennen eine Menge Städte von ihren Touren. Was schätzen Sie an Frankfurt?
Bill: Den Flughafen. Der hat einen tollen Raucherbereich. Tom: Wenn ich in Deutschland bin, dann ist Frankfurt immer die erste Stadt, die ich erreiche. Von der sehe ich natürlich nichts. Aber wir haben Freunde in Frankfurt, die immer zu unseren Konzerten kommen.
Festhalle, Gibson, jetzt Batschkapp – wie ist das, von großen Hallen in kleinere umzuziehen?
Tom: Das ist etwas ganz anderes. Eine andere Art von Show. Wir machen schon länger elektronische Musik und auch das neue Album knüpft daran an. Wir wollen die Läden in eine Club- und Partyatmosphäre tauchen. Das hat bei der letzten Tour sehr gut funktioniert – vor allem in Läden dieser Größe.
Wie lange waren Sie mit dem Vorgängeralbum von „Dream Machine“ unterwegs?
Bill: Bis November. Das war eine der besten Tourneen, die wir je gespielt haben. Wir wollten unbedingt und so schnell wie möglich weitermachen und haben daher bereits Tickets für die neue Tour verkauft, bevor überhaupt das neue Material vorlag.
Die beste Tour, die Sie jemals gespielt haben. Was war denn besonders gut?
Bill: Alles. Vor allem wir als Band. Je länger man zusammen spielt, desto besser fühlt man sich. Diese Entwicklung endet auch nach 15 Jahren nicht. Wir haben unglaublich viele neue Sachen ausprobiert und haben das Gefühl, dass wir mit der Art von Musik, die wir machen und mit unseren Live-Shows angekommen sind. Tom: Wir haben noch nie eine Tour so genossen und bewusst wahrgenommen. Das kommt mit der Zeit, dass man sich als Musiker bewusster wird, was man so macht. Wir haben uns noch nie so wohl gefühlt als Band.
Auf der Bühne und drum herum?
Tom: Genau. Das hat alles gestimmt. Für uns selbst. Damals, vor zwölf Jahren mit „Durch den Monsun“, das war ein abgefahrener Trip. Aber die Entwicklung, die hat auch was mit dem Älterwerden zu tun. Wir als Band haben nicht das Gefühl, etwas beweisen zu müssen oder unter Druck zu stehen, sondern versuchen, uns vollkommen zu entspannen.
Bill: „Dream Machine“, das neue Album, steht unter dem Zeichen, nur das zu machen, worauf wir Bock haben. Ohne Kompromisse. Wir spielen diese ganze Business- und Musikpolitik nicht mehr mit. Uns geht es darum, dass wir Spaß daran haben, dass wir auf alles Lust haben. Alles andere kommt erst weit danach. Auch das ist etwas, was man als Band erst mit den Jahren lernen muss.
Haben diese Veränderungen etwas mit Ihrem Lebensmittelpunkt zu tun, der in Kalifornien liegt?
Tom: Der spielt auf jeden Fall eine Rolle. Wir haben hier ein ganz anderes Leben. Zu dem Zeitpunkt, als wir aus Deutschland abgehauen sind, war das an der Grenze. Damals konnten wir nur im Haus leben, hatten kein Dasein außerhalb der Band. Da haben wir uns gefragt, ob wir so überhaupt weitermachen können und wollen. Vor sechs Jahren zogen wir nach Los Angeles, und hier haben wir ein ganz neues Leben angefangen. Wir treffen Leute, die wir musikalisch gut finden.
Gibt es da jemanden, der Sie besonders beeindruckt hat?
Bill: Es ist gar nicht so künstlerbezogen, sondern wir meinen das allgemein. Es ist vor allem die Freiheit, die wir hier haben. Es gab in Deutschland und Europa für uns nichts mehr, denn wir waren an einem Punkt angelangt, an dem wir gar nicht mehr schreiben und komponieren konnten. Wir konnten kein richtiges Leben führen. Und hier können wir machen, was wir wollen. Das macht es überhaupt möglich, dass wir Musik schreiben und offen sind für Begegnungen mit anderen.
Wahrscheinlich fallen Sie dort gar nicht auf.
Bill und Tom: Genau.
Tom: Das ist das Schönste an L.A.: Man kann sich dort echt gut verstecken.
Bill: L.A. Ist insgesamt anders als viele Städte. Ein Schmelztiegel vieler Religionen und Kulturen. Hier wundert sich niemand über den anderen. Nichts spielt eine Rolle. Keiner schaut drauf, wie du aus dem Haus gehst.
Sie spielen viel in Russland. Warum?
Tom: Wir haben 2015 gut 20 Termine dort gespielt. Und es war so gut, dass uns klar war, dass wir auf jeden Fall wieder dort spielen wollen. Und das ist erst der Anfang, denn es ist für uns ein super geiler Markt und die Fans sind unglaublich loyal. In Südamerika ist es auch so. Das sind so Länder, in denen nicht jeden Tag ein Konzert stattfindet.
„Dream Machine“ ist das erste Album nach ihrer Trennung vom Label Universal. Sie sagten, dass in diesem Album Ihre Seele steckt. Bedeutet das im Umkehrschluss, dass in den Vorgängern die „Tokio Hotel“-Seele fehlte?
Tom: Dieses Album hat zum ersten Mal komplett unsere Seele, weil wir keine Kompromisse eingehen mussten – keine kreativen. Mit Universal waren wir sehr lange zusammen und waren verpflichtet, mit bestimmten Leuten zu arbeiten. Dieses Mal konnten wir alles selbst entscheiden. Wir waren ganz frei. Das fühlte sich unglaublich gut an.
Einen bunten Strauß interessanter Ideen und kosmischer Klänge sowie eine erregende Vielzahl noch niemals gehörter Kombinationen von Stilen, elektronisch manipulierten Stimmen und Beats bietet das in Kalifornien und Sachsen-Anhalt beheimatete Experimentalpopquartett Tokio Hotel auf seinem fünften Album "Dream Machine".
Die kühle Roboter-Romantik des neuesten Future-R&B verbinden die Gebrüder Bill und Tom Kaulitz und ihre musikalischen Mitstreiter Georg Listing und Gustav Schäfer in gelungener Weise mit den Produktionsweisen des Power Pop der Achtzigerjahre, wie ihn etwa die Simple Minds auf "Sparkle in the Rain" prägten; die sphärischen Klänge des Eröffnungsstücks erinnern hingegen an Pioniere des Krautrock wie die frühen Popul Vuh und die mittleren Tangerine Dream.
читать дальшеAber auch die neuere Popgegenwart schlägt sich in der Ästhetik des Abums nieder: Auf dem Titelstück klingeln heitere westafrikanische Hi-Life-Gitarren über einem niederfrequent brummenden Bass, dazu gibt es herzallerliebste Passagen mit Frankie-Knuckles-artigem Klimper-House zu hören. Sänger Bill Kaulitz schmachtet kompetent in sämtlichen Weltschmerzregistern und moduliert seine Stimme zugleich derart, dass zwischen Micky-Maus-Quieken, Männerbefindlichkeitsbarmen nach Kanye-West-Manier und körnigem Growling nach Death-Metal-Manier manchmal nur Millisekunden liegen.
Auf der ganzen Platte folgt der Einsatz von Autotune- und Vocoder-Effekten konsequent den Prinzipien des aleatorischen Komponierens, das erstmals Anfang der Fünfzigerjahre von John Cage im Rückgriff auf das chinesische Orakelbuch "I Ching" entwickelt wurde.
Nach ihrem grandiosen, von breiten Publikumsschichten gleichwohl zu wenig gewürdigten Progressive-Rock-Konzeptalbum "Kings of Suburbia" (2014) hat die Band die Plattenfirma gewechselt und das neue Werk in Eigenregie produziert. Eine gute Entscheidung: Denn "Dream Machine" ist das mutigste, reifste und innovativste Werk, das Tokio Hotel uns bisher schenkten.
Здесь можно послушать небольшие отрывки песен Boy Don't Cry, Dream Machine и Stop Babe:
Boy don't cry: I fly alone, I got lost tonight I'm coming for your commando. Command my way. My heart is heavy, get me higher, the magic I can’t resist. I can’t resist. She took me tanzen. All she wants to do is tanzen.
Stop Babe: It’s something in your eyes, something about you. In your kitchen lights you can see all my wounds. But I'm not ready to feel. Stop, stop, babe! I'm not ready to love.
Dream Machine: …love and imagination in you. We’ll never be the same but we’re coming home again. We don't know where we go. Let's get high! The Dream Machine takes all of us. Come and board and leave the rest behind. Let’s get high, high, high…
Билл (эксперт моды): Мне очень понравилась расцветка и ткань. Наряды для мужчин в коллекции были просто изумительными, я, конечно, присматриваюсь именно к ним. Эм… Было интересно, замечательная коллекция.
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Die Musik geht an, der rosa Luftballon steigt. Gen Himmel, ab ins Weltall. Man selbst schwebt an einer Schnur mit. Fühlt sich allein vom Zuhören irgendwie high. Gedanken, die bei dem aufkommen könnten, der das neue Album von Tokio Hotel zum ersten Mal hört, das am 3. März erscheint. „Eigentlich ein schönes Bild.“ Bill Kaulitz grinst. Das treffe ganz gut zu. Immerhin trägt die Platte den Namen „Dream Machine“. Mit dem erscheinen die Vier in Deutschland erneut auf der Bildfläche. Ein Comeback ist es nicht, findet sein Bruder Tom Kaulitz. „Wir hatten nie das Gefühl, dass wir aufgehört haben.“
„Wir haben immer Musik gemacht“, sagt der Gitarrist. „Irgendwann hatten wir nur das Problem, dass unsere Person interessanter war.“ Diesen Twist wollten die Magdeburger wieder schaffen, wie schon mal beim Album vor fast drei Jahren („Kings of Suburbia“). Da sollte es ohne Boulevardpresse gehen. Fokus auf die Musik. Nur der Hype blieb dabei aus - vor dem die Kaulitz-Brüder damals nach Los Angeles flüchteten. Die anderen beiden wohnten weiter in der Heimat. Bassist Georg Listing feierte inzwischen 29. Geburtstag. Drummer Gustav Schäfer wurde Vater. Auch Teenie-Stars werden irgendwann erwachsen. So wie ihre Musik. Zumindest liegt sowas nahe.
читать дальшеSo ganz losgelöst hat sich die Band allerdings nicht von früher. Bei der Produktion der neuen Platte sei sogar ein bisschen „Nostalgie“ dabei gewesen, sagen die Magdeburger. Während Tokio Hotel für ihre deutschen Fans eher auf alten Postern als auf großen Bühnen präsent waren, seien die Freunde zum musikalischen Ursprung zurückgekehrt. Ohne Produzent, ohne Vorgaben, dafür mit „unglaublich viel ungesundem Essen“ schlossen sie sich im Jahr 2015 ins Studio ein. „Und dann haben wir geschaut, wo die Reise hingeht“, sagt Listing.
„Es gab niemanden, der da mit gelabert hat“, sagen die Zwillinge. „Wir waren einfach extrem frei, mussten nichts einhalten und erfüllen.“ Wie früher. Herausgekommen sei deshalb ihr „Traumalbum“. Zumindest für die Band selbst. Ob das für alte Fans auch zutrifft, bleibt fraglich. Mit der Musik von früher hat es nämlich wenig zu tun. Statt durch den Monsun, geht es vielmehr durch die Galaxie.
Ein Hauch von Eighties ist immer dabei. Auf diese Zeit stehe er total, gesteht Bill Kaulitz. „Ich hab“ immer das Gefühl, ich bin zu spät geboren.“ Dazu kommen elektronische Beats und Indie-Pop. Eine Mischung, die an sphärische Klänge erinnert. Oder an Weltall, mit rosa Luftballon. Der Sänger bezeichnet das als „große Soundwelten“, inspiriert von Festivals, Freiheit, Reisen und - natürlich - Träumen.
Im Grunde sei jedes Album ein bisschen wie der Soundtrack zum eigenen Leben gewesen. Auch „Dream Machine“. „Wir picken dann in dem Jahr, in dem wir Musik machen, unsere Lieblingssongs raus“, sagt Bill. Zehn Favoriten sind es diesmal geworden, alle auf Englisch gesungen. Nur im Song „Boy don“t cry“ versteckt sich ein deutsches Wort: „tanzen“.
Im besten Fall sollte ein Lied davon dann auch der Soundtrack für ein anderes Leben sein. Im Angebot wären daneben Titel wie „Something new“ oder auch „Cotton Candy Sky“ - also baumwollener Süßigkeiten-Himmel. Hauptsache, man habe das Gefühl, dass man ihre Musik immer dabei habe. Ist das der größte Traum der Jungs?
Tokio Hotel hätten da noch einen anderen. Die Band will ganz weit weg. Nicht ins Weltall (keine Sorge), aber „noch mal nach Australien“, sagt der Sänger. „Haben wir noch nie gemacht. Das steht noch auf unserer Bucket List.“ Davor geht es aber erst mal auf Tournee.
* Билл поучаствовал в проекте "А теперь помолчите" („Sagen Sie jetzt nichts“) фотографа Альфреда Стеффена (Alfred Steffen), в котором приняли участие очень много других знаменитостей. Посмотреть другие фото можно на сайте фотографа: www.alfred-steffen.de/sagen-sie-jetzt-nichts.ht...
Tokio Hotel meldet sich nach zweijähriger Pause mit einem neuen Album und einer Tour zurück. Ein Gespräch mit den Bandmitgliedern
Bill und Tom Kaulitz, Georg Listing und Gustav Schäfer sitzen auf einem schwarzen Ledersofa in den Hallen von Black Box Music in Pankow, zu ihren Füßen döst Bulldogge Pumba. Am 3. März erscheint nach über zweijähriger Pause mit "Dream Machine" das neue Album von Tokio Hotel. Bereits seit Dezember proben die Bandmitglieder hauptsächlich in Berlin für die dazugehörige Tour. Größer als mit ihrem Debüt "Schrei" von 2005, das wissen die Magdeburger selbst, können sie mit ihrer fünften Platte kaum noch werden. Damals waren sie um 15, 16 und 17 Jahre alt. Ihren Lebensmittelpunkt haben die vier mittlerweile auf andere Dinge ausgerichtet. Ein Gespräch über Prioritäten, den großen Lebensplan und das Berliner Nachtleben.
Berliner Morgenpost: Euer letztes Album war Medienberichten zufolge eher mäßig erfolgreich. Setzt euch das unter Druck?
читать дальшеBill Kaulitz: Wenn man sein erstes Album macht, ist man total unschuldig. Niemand hat Erwartungen, es gibt keinen Druck. Dahin wollten wir dieses Mal beim Songschreiben zurück, weil man dann einen ganz anderen Zugang zur eigenen Kreativität bekommt. Wir sind in der luxuriösen Situation, dass wir noch immer eine sehr feste Fan Base haben. Deshalb hatten wir auch 2015 ein super Tourjahr. Wir können sehr entspannt sein.
Tom Kaulitz: Und wir werden immer weiter Alben machen. Egal ob da mal eins dabei ist, was sich schlechter verkauft. Das ist ja auch immer Ansichtssache. Die letzte Platte hat Gold gemacht und fast überall die #1 bei iTunes erreicht und abgesehen von Alben machen wir immer Musik. Ein Album ist nur eine Zusammenfassung dieser Zeit. Es gibt für uns keine Alternative. Wir können ja auch nichts anderes.
Erfolg im Sinne von Bekanntheit ist für euch heute vermutlich nicht mehr besonders erstrebenswert.
Bill Kaulitz: Für uns ging es nie ums berühmt werden. Wenn wir keine Platte zu vermarkten haben, sieht man uns auch nicht in Talkshows oder auf roten Teppichen. Diesen ganzen Zirkus machen wir dann gerne mit, aber es geht uns ums Auftreten und ums Musik machen. Ich fand es problematisch, als es irgendwann mehr um uns als Personen als um die Musik ging. Das war gerade in Deutschland extrem. Deshalb sind wir nach Los Angeles abgehauen und haben vier Jahre lang nichts gemacht. Das war menschlich und karrieretechnisch für uns die einzige Lösung. Jetzt können wir Auftritte wieder anders genießen. Eine Zeit lang waren wir nur unterwegs und vollkommen isoliert vom normalen Leben und normalen Menschen.
Georg Listing: Wir waren gemeinsam in dieser Blase, aber bei Gustav und mir war das schon noch ein bisschen entspannter. Wir mussten nicht ins Ausland fliehen.
Gustav, du bist im vergangenen Jahr Vater geworden. Hinterfragt man da nicht das Bandleben? Möchte man da noch zurück in die Blase?
Gustav Schäfer: Man wird auf jeden Fall entspannter. Ich zerbreche mir heute nicht mehr so den Kopf. Und ich habe meinen Alkoholkonsum ein wenig eingeschränkt (lacht).
Bill Kaulitz: Ich denke, die Balance ist für uns alle wichtiger, jetzt wo wir ein bisschen älter sind. Früher kamen wir aus der Schule und haben danach Musik gemacht. Etwas anderes gab es nicht. Wir hatten gar keine sozialen Kontakte außerhalb der Band. Heute ist das anders. Gustav ist Papa und verheiratet, Georg hat sein Leben mit seiner Freundin, jeder macht sein Ding. Wir springen jetzt gerne in die Blase und gehen auf Tour, weil wir wissen, wir kommen da wieder raus.
Freundschaften verändern sich häufig, wenn Menschen Eltern werden. Was hat das mit der Dynamik in eurer Band gemacht?
Tom Kaulitz: Das stimmt, aber ich glaube, das ist bei Frauen extremer. Ich hatte auch diese Befürchtung, aber bisher ist alles so geblieben wie es war. Wenn man so eine Mädelsclique ist und plötzlich bekommen zwei Kinder, dann ist nicht mehr alles "Sex and the City". Dann ist zu Hause sitzen und stillen angesagt. Bei uns ist nach wie vor "Sex and the City" (lacht).
Wie sieht es bei den anderen von euch mit der Familienplanung aus?
Tom Kaulitz: Bill und ich haben so eine Lebensplanung gar nicht.
Bill Kaulitz: Ich fühle mich manchmal wie 100. Dann denke ich, ich habe schon alles gesehen und erlebt. Dann wünsche ich mir so ein Erlebnis, das noch einmal alles erschüttert und verändert. Ein anderes Mal fühle ich mich wie zwölf und mich erschreckt diese Vorstellung. Dann denke ich, ich kann auf keinen Fall schon heiraten und Kinder bekommen. Ich habe aber auch so eine Beziehung, wie Gustav sie hat, noch nicht erlebt. Das verändert natürlich alles. Vielleicht hat das Leben für mich einfach etwas anderes vorgesehen.
Für eure Tour probt ihr seit Dezember hauptsächlich in Berlin. Was verbindet ihr mit der Stadt?
Bill Kaulitz: Berlin ist für uns das deutsche Pendant zu L.A. Es ist wahnsinnig international. Leute aus der ganzen Welt kommen nach Berlin, weil es dort so eine große Freiheit gibt. Das Nachtleben ist toll, ich liebe das Berghain. Es ist für mich das beste Nachtleben der Welt.
Könnt ihr euch hier freier bewegen als im Rest Deutschlands?
Bill Kaulitz: Ja, in Berlin ist es am entspanntesten für uns. In Magdeburg würde ich nie auf der Straße langlaufen. In Berlin geht das schon mal.
Schon mal an einen Umzug nach Berlin gedacht?
Bill Kaulitz: Ich glaube nicht, dass wir jemals dauerhaft in Berlin sesshaft werden. Aber Tom und ich haben schon oft darüber nachgedacht, uns hier einen Zweitwohnsitz zuzulegen. Die Stadt inspiriert uns sehr, deshalb verbringen wir sehr gerne Zeit hier.
Wie fühlt es sich an, so lange am Stück zurück in Deutschland zu sein?
Tom Kaulitz: Das ist wie mit der gesamten Karriere. Wir können das jetzt ganz anders genießen, weil wir danach wieder weg können. Als wir noch hier gewohnt haben, war das wie ein Gefängnis. Ich habe alles nur noch scheiße gefunden. Jetzt komme ich gerne hierher.
Bill Kaulitz: Wir können Deutschland jetzt wieder vermissen. Und es ist immer ein bisschen wie Urlaub. Wenn wir sagen, wir fliegen nach Hause, dann meinen wir damit mittlerweile Los Angeles.
Und dort wohnt ihr immer noch beide zusammen?
Bill Kaulitz: Genau. Schon immer. Wir haben einen Männerhaushalt. Aber Tom ist mega-ordentlich.
Tom Kaulitz: Das liegt aber auch daran, dass wir so selten zu Hause sind. Wir essen drei Mal täglich im Restaurant. Der Kühlschrank ist leer, da ist nur Alkohol drin. Da braucht man dann auch die Geschirrspülmaschine nie anzumachen.
In nicht allzu langer Zeit werdet ihr alle 30. Gibt es dazu Gedanken?
Bill Kaulitz: Früher habe ich gedacht, so alt werde ich gar nicht. Aber mir macht das Älterwerden auch gar nichts aus. Ich würde niemals die Zeit zurückdrehen wollen.
Georg Listing: Ich möchte gerne sehr alt werden. So entspannte 200, wenn ich gesund bin natürlich.
Und was muss bis dahin noch erledigt werden? Haus bauen, Baum pflanzen, Sohn zeugen?
Bill Kaulitz: Ich möchte unbedingt heiraten. Irgendwann. Und ich möchte mal einen eigenen Club besitzen, den geilsten in Europa. Und eine Modelinie.
Zwölf Jahre nach "Durch den Monsun" und dem Album "Schrei" sind Tokio Hotel zurück – mit "Dream Machine" und einem Sound, der kaum weiter entfernt sein könnten vom früheren Stil der Band um Bill Kaulitz und seinen Zwillingsbruder Tom. Unsere Kritik verrät, wie Tokio Hotel im Jahr 2017 klingen und ob "Dream Machine" ein hörenswerter Longplayer geworden ist.
Das neue Album ist nicht der erste Schritt, den Tokio Hotel in eine neue Soundrichtung getan haben. Mit dem Vorgänger "Kings of Suburbia" erfand sich die Band bereits im Jahr 2014 neu. Die Musik war internationaler ausgerichtet, kühler Synthpop mit englischen Texten, der in Radios auf der ganzen Welt zu Hause hätte sein können. Tatsächlich passierte aber genau das Gegenteil. Kein Album von Tokio Hotel bekam so wenig Airplay wie "Kings of Suburbia". Es war auch das erste ihrer Alben, das nicht auf Platz 1 der deutschen Charts einstieg. Die Clubs, in denen Bill, Tom, Georg und Gustav auftraten, wurden kontinuierlich kleiner. Bill Kaulitz' Solodebüt, die EP "I’m Not Ok" aus dem Jahr 2015, konnte dem langsamen Bekanntheitsverlust des einstigen Popwunders ebenfalls nicht entgegensteuern.
Tokio Hotel im Jahr 2017: Mutig, retro, durchgestylt, kalt wie Eis
читать дальшеDabei hatten die Kaulitz-Brüder, als sie im Jahr 2010 von Deutschland nach Los Angeles zogen, den Fans ja das Gefühl gegeben, sich genau das zu wünschen: weniger Rummel, weniger Fanhysterie, weniger Erwartungshaltung und mehr künstlerische Freiheit. Die einstigen Teenie-Stars wollten abseits vom Rampenlicht erwachsen werden. Ihr neuer Sound scheint genau die Musik zu sein, die sie nun, mit Ende 20, machen wollen, denn "Dream Machine" knüpft nahtlos an den Vorgänger an.
Auf dem Cover ihres fünften Albums zeigen sich die Jungs aus Ostdeutschland im Filmposterlook. Eine Hommage an die Netflix-Serie "Stranger Things", die sich, ebenso wie die neue Tokio-Hotel-Platte, mit modernsten Produktionsmitteln vor der Ästhetik der 1980er-Jahre verbeugt. Der Albumauftakt "Something New" ist direkt eine sphärische Ballade geworden, die sich wie ein Update von A-ha anfühlt. Wabernde Keyboardflächen, Pianotupfer und Synth-Basslines, aber so sparsam eingesetzt, dass Bill viel Platz bleibt, sich mit Falsettgesang in melancholische Höhen aufzuschwingen. Es braucht Mut, ein Album mit solch einer verträumten Single zu eröffnen. Noch dazu in der radiountauglichen Überlänge von fünfeinhalb Minuten.
"Dream Machine": Glänzender Lack und (zu) viele Effekte
Der Eindruck, dass sich die Band wirklich von den Erwartungen des Marktes freigeschwommen hat, täuscht jedoch. Gleich der zweite Song "Boy Don’t Cry" ist glasklarer Neo-Soul, wie ihn zuletzt The Weeknd weit nach oben in die Charts katapultiert hat. "All she wants to do is tanzen", singt Bill in einem eigenwilligen Gemisch aus Deutsch und Englisch, die Stimme mit Autotune verzerrt. Niemand habe ihnen dieses Mal reingeredet, ließen die Bandmitglieder im Vorfeld wissen. Und weil sie im Studio zum ersten Mal die volle Kontrolle gehabt hätten, sei ihnen mit „Dream Machine“ endlich ihr „Traumalbum“ gelungen. Die Möglichkeiten modernster Studiotechnik haben die vier auf jeden Fall voll ausgereizt: Echoeffekte, zerstückelte Samples und allerlei Computersounds ergeben eine synthetische Klangfärbung, die sich wie glänzender Lack über jedes der zehn Stücke legt.
Oft scheinen die Beteiligten dabei leider etwas zu tief in die Trickkiste gefallen zu sein, etwa wenn die eigentlich schöne Gesangsmelodie von "Easy" im Nebel der Effekte verschwimmt oder der stotternde Breakbeat von "Cotton Eye Candy" die Energie des Songs sofort ausbremst. Die Drums sind durchweg programmiert, und zwar so punktgenau, dass man sich fragen muss, ob Schlagzeuger Gustav überhaupt noch einen Job hat. Auch die Rockgitarren, die "Durch den Monsun" oder "Übers Ende der Welt" einst so hymnisch machten, sind komplett aus dem Klangbild von Tokio Hotel verschwunden. Noch ein menschliches Element oder zumindest so etwas wie Wärme unter der glatt polierten Oberfläche auszumachen, erfordert Konzentration.
Ausnahmen sind die zweite Singleauskopplung "What If" die mit Funkgitarren Daft-Punk-Charme entfaltet und "Stop, Babe", ein futuristischer Lovesong, den die Band sich bis zum Schluss aufgehoben hat. Gerade dieses Stück vermittelt einen Eindruck davon, wie "Dream Machine" hätte klingen können, hätte man die Elektronik in den Dienst der Songs gestellt, anstatt die Melodien in Synthie-Suppe zu ertränken. Leider sind die knapp 41 Minuten Spielzeit dann auch schon vorbei.
Fazit Tokio Hotel - "Dream Machine": Aufpoliertes Plastik bleibt Plastik
Die Aufnahmen hätten sich "wie ganz, ganz früher im Proberaum" angefühlt, sagt Bill Kaulitz. Von der Musik der Anfangstage haben sich Tokio Hotel auf ihrem fünften Album jedoch so weit entfernt wie nie zuvor. Statt des energetischen Trademark-Poprocks bietet "Dream Machine" aufgestylten Plastik-Soul, den man sich gut auf einer Modenschau vorstellen kann. Es ist Musik, die nach internationalen Popmaßstäben alles richtig macht, die super aussieht, unangreifbar modern und produktionstechnisch auf dem neuesten Stand ist, dabei aber immer etwas gesichts-und seelenlos bleibt.
Die neuen Tokio Hotel klingen, als versuchten sie, sich die Fans der ersten Stunde, also jene, die sich so sehr mit ihren Texten identifizierten, ihnen hinterherreisten und sogar vor ihrem Haus campierten, mit einem möglichst unpersönlichen Sound so weit wie möglich vom Leib zu halten. Kurz: Tokio Hotel bleiben kontrovers.